Menschliche Qualitäten messbar machen

Eine ganz­heit­lich auf Indi­vi­du­en aus­ge­rich­te­te Unter­neh­mens­füh­rung gewinnt an Bedeu­tung. Denn unter­neh­me­ri­sche Ent­wick­lung hängt mass­geb­lich von zwei Fak­to­ren ab: „Human Per­for­mance“ und „Human Sus­taina­bi­li­ty“. So lau­tet ein zen­tra­les Ergeb­nis der Deloit­te-Stu­die „Human Capi­tal Trends 2024“.

Menschliche Qualitäten wie Kreativität gewinnen an Bedeutung für die Performance von Unternehmen. Abbildung: Mikael Blomkvist, Pexels
Mensch­li­che Qua­li­tä­ten wie Krea­ti­vi­tät gewin­nen an Bedeu­tung für die Per­for­mance von Unter­neh­men. Abbil­dung: Mika­el Blomkvist, Pexels

Haupt­grund für die wach­sen­de Bedeu­tung der mensch­li­chen Fak­to­ren und Per­spek­ti­ven ist laut den Stu­di­en­ma­chern vor allem, dass sich in der Arbeits­welt Gren­zen unauf­halt­sam auf­lö­sen. Dazu gehö­ren die Gren­zen zwi­schen dem Büro und ande­ren Orten, an denen Arbeit erbracht wird, sowie zwi­schen Ange­stell­ten und frei­en Mit­ar­bei­ten­den oder exter­nen Part­nern. Haupt­säch­lich aber zwi­schen Auf­ga­ben, die einer­seits von Men­schen und ande­rer­seits mit Unter­stüt­zung digi­ta­ler Tech­no­lo­gien, ins­be­son­de­re mit­hil­fe künst­li­cher Intel­li­genz, erle­digt werden.

Neue Kennzahlen zur Leistungsmessung

Der erste Fak­tor, der für die Unter­neh­mens­füh­rung stär­ker an Bedeu­tung gewinnt, ist die Human Per­for­mance. Also die Arbeits­lei­stung, die auf spe­zi­fisch mensch­li­chen Qua­li­tä­ten basiert. Weil die­se Arbeit auf Zusam­men­ar­beit aus­ge­rich­tet ist und anspruchs­vol­le­re, weni­ger quan­ti­fi­zier­ba­re Fähig­kei­ten wie Krea­ti­vi­tät, Neu­gier oder Empa­thie erfor­dert, ver­lie­ren die tra­di­tio­nel­len Kenn­zah­len für Pro­duk­ti­vi­tät an Wirk­sam­keit, heisst es in der Stu­die. Aller­dings haben nur 40 Pro­zent der Befrag­ten davon berich­tet, dass ihre Orga­ni­sa­tio­nen die­se neu­en Wege beschreiten.

Maren Haupt­mann, Part­ne­rin und Human Capi­tal Lea­der bei Deloit­te, sagt: „Wir müs­sen Lei­stung auf eine mensch­li­che Ebe­ne heben und Füh­rungs­kräf­te müs­sen Mit­tel fin­den, die mensch­li­che Per­spek­ti­ve nicht nur naht­los, son­dern vor allem ver­ant­wor­tungs­voll mit neue­sten tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen zu ver­bin­den.“ Die Stu­die zeigt: Die Wahr­schein­lich­keit, dass Beschäf­tig­te ihrem Unter­neh­men grund­sätz­lich ver­trau­en, ist um 35 Pro­zent höher, wenn sie davon über­zeugt sind, dass ihr Unter­neh­men ver­ant­wor­tungs­voll mit Daten umgeht. Aktu­ell sind aber nur 37 Pro­zent der Arbeit­neh­mer sehr zuver­sicht­lich, dass ihre Arbeits- und Per­so­nal­da­ten ver­ant­wor­tungs­voll genutzt werden.

Menschliches Wohlergehen im Fokus

Die Prio­ri­sie­rung der Human Sus­taina­bi­li­ty – das Aus­mass, in dem Unter­neh­men einen höhe­ren Wert für Beschäf­tig­te und Gesell­schaft schaf­fen – ist der zwei­te in der Stu­die iden­ti­fi­zier­te Fak­tor, der die Unter­neh­mens­lei­stung ver­stär­ken kann. Mehr Wohl­be­fin­den, bes­se­re Teil­ha­be am Arbeits­markt und mehr Chan­cen­ge­rech­tig­keit erhö­hen Moti­va­ti­on und Zufrie­den­heit der Beschäf­tig­ten und füh­ren zu bes­se­ren Lei­stun­gen. „Mit einem stär­ke­ren Fokus auf Human Sus­taina­bi­li­ty kön­nen Orga­ni­sa­tio­nen fast dop­pelt so oft ihre ange­streb­ten Unter­neh­mens­er­geb­nis­se errei­chen“, sagt Maren Hauptmann.

Laut Stu­die gibt es hier noch viel Raum für Ver­bes­se­rung: Zwar sehen 76 Pro­zent der Befrag­ten Bemü­hun­gen bei Human Sus­taina­bi­li­ty als sehr wich­tig oder extrem wich­tig für den Unter­neh­mens­er­folg an. Doch auf einer Liste von Prio­ri­tä­ten stu­fen Füh­rungs­kräf­te die­se mehr­heit­lich unten ein. Es haben nur 46 Pro­zent aller Befrag­ten gesagt, ihr Unter­neh­men ergrei­fe Schrit­te in die­se Rich­tung, und nur zehn Pro­zent bewer­ten die­se als herausragend.

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