Studie zum Wohlbefinden im Büro: Die Rolle der Raumgestaltung

Lärm, feh­len­de Rück­zugs­mög­lich­kei­ten und anony­me Gross­raum­bü­ros set­zen vie­len Beschäf­tig­ten zu. Eine Stu­die des Büro­mö­bel­her­stel­lers Bene zeigt den Ein­fluss von Arbeits­um­ge­bun­gen auf Wohl­be­fin­den und Lei­stungs­fä­hig­keit. Die Ergeb­nis­se sind im White­pa­per „Bey­ond Work – Men­ta­le Gesund­heit im Büro“ zusammengefasst.

In einer Bene-Studie wurde untersucht, wie die Raumgestaltung die mentale Gesundheit beeinflusst. Abbildung: Wald und Schwert
In einer Bene-Stu­die wur­de unter­sucht, wie die Raum­ge­stal­tung die men­ta­le Gesund­heit beein­flusst. Abbil­dung: Wald und Schwert

Zwei Aspek­te stan­den im Mit­tel­punkt der Stu­die, die vom Team um Prof. Dr. Bernd Wege­ner (Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Ber­lin) durch­ge­führt wur­de: die Aus­wir­kun­gen der Arbeits­um­ge­bung auf die men­ta­le Gesund­heit der Mit­ar­bei­ten­den und ihre Zufrie­den­heit mit den Raum­ei­gen­schaf­ten des Büros. Dazu wur­den im Rah­men eines Online-Panels rund 1’000 Büro­an­ge­stell­te befragt. Sie soll­ten Aus­kunft dar­über geben, wel­che Tätig­kei­ten einen typi­schen Arbeits­tag prä­gen, ob ent­spre­chen­de Raum­an­ge­bo­te zur Ver­fü­gung ste­hen und wel­che Rol­le Fak­to­ren wie Licht, Aku­stik oder sozia­le Inter­ak­ti­on spielen.

Hohe Lärmbelastung gilt als Hauptproblem

Eigen­stän­di­ge Arbeit am Schreib­tisch wird dabei nach wie vor als häu­fig­ste Tätig­keit genannt, noch deut­lich vor Mee­tings, Video­calls oder Team­ar­bei­ten. Das hat direk­te Aus­wir­kun­gen auf die Ergeb­nis­se der Befra­gung: Obwohl das Raum­an­ge­bot von über 80 Pro­zent der Befrag­ten als zufrie­den­stel­lend emp­fun­den wird und rund 60 Pro­zent ihre Arbeits­um­ge­bung posi­tiv bewer­ten, geben nur 17 Pro­zent an, über genug Ruhe zu ver­fü­gen, um fokus­siert und effi­zi­ent arbei­ten zu kön­nen. Etwa ein Drit­tel ist im Büro sogar häu­fig gestresst und ange­spannt. Beson­ders in klas­si­schen Gross­raum­bü­ros, wo ein hoher Geräusch­pe­gel und unzu­rei­chen­der Schall­schutz für Ablen­kung sor­gen, ist das Pro­blem ver­brei­tet. Büros die­ser Art schnei­den des­halb deut­lich schlech­ter ab als klei­ne­re oder dif­fe­ren­zier­ter gestal­te­te Offices.

Kritischer Blick auf das Desk-Sharing

Kri­tisch betrach­tet wer­den auch fle­xi­ble Desk-Sha­ring-Model­le, bei denen Schreib­tisch­plät­ze täg­lich neu ver­ge­ben wer­den. Der eige­ne Schreib­tisch gilt Büro­an­ge­stell­ten oft als Ort per­sön­li­cher Auto­no­mie. Arbeit­ge­ber müs­sen indes auf hybri­de Arbeits­si­tua­tio­nen reagie­ren, etwa wenn durch ver­mehr­tes Home­of­fice Schreib­ti­sche leer blei­ben und unge­nutz­te Flä­chen die Kosten erhö­hen. Der Wan­del hin zu dyna­mi­sche­ren Arbeits­for­men in offe­nen Büros wird von den Befrag­ten aller­dings nicht grund­sätz­lich abge­lehnt. Auch gros­se Flä­chen­bü­ros kön­nen Wohl­be­fin­den und Zufrie­den­heit för­dern – vor­aus­ge­setzt, sie sind intel­li­gent konzipiert.

Intelligente Raumkonzepte erwünscht

Hier zählt vor allem die Gestal­tung jen­seits der Arbeits­plät­ze mit Rück­zugs­räu­men, Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Pau­sen­be­rei­chen. Hilf­reich sind auch abge­grenz­te Orte für punk­tu­el­les Ein­zel­ar­bei­ten, die oft wie Puf­fer­zo­nen wir­ken. Sind sol­che Raum­an­ge­bo­te vor­han­den, stei­gen die wich­tig­sten Kom­fort­pa­ra­me­ter, zu denen gute Aku­stik- und Licht­ver­hält­nis­se, ange­neh­me Raum­tem­pe­ra­tu­ren oder eine ange­mes­se­ne tech­ni­sche Aus­stat­tung gehö­ren. Die Stu­di­en­ergeb­nis­se legen also kei­nes­wegs nahe, Gross­raum­bü­ros grund­sätz­lich zu ver­mei­den oder fle­xi­ble Arbeits­platz­mo­del­le rück­ab­zu­wickeln. Statt­des­sen geht es dar­um, mit intel­li­gen­ten Raum­kon­zep­ten die Nach­tei­le kon­ven­tio­nel­ler Büro­land­schaf­ten aufzuheben.

Das White­pa­per „Bey­ond Work: Men­ta­le Gesund­heit im Büro“ steht kosten­los zum Down­load zur Verfügung.