Jeder Vierte würde für ein schönes Büro auf Geld verzichten

Unter­neh­men kon­kur­rie­ren um Fach­kräf­te und Beschäf­tig­te erwar­ten ein über­zeu­gen­des Gesamt­pa­ket. Neben Gehalt, Arbeits­zeit und Bene­fits ist für die Wahl des Arbeit­ge­bers der Arbeits­ort beson­ders wich­tig. So lau­tet ein zen­tra­les Ergeb­nis einer Stu­die des Flex-Office-Anbie­ters Mindspace.

Laut Mindspace-Studie ist ein attraktives Büro ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl das Arbeitgebers. Abbildung: AllaSerebrina, Depositphotos
Laut Mind­space-Stu­die ist ein attrak­ti­ves Büro ein ent­schei­den­des Kri­te­ri­um bei der Wahl des Arbeit­ge­bers. Abbil­dung: Alla­Ser­ebri­na, Depositphotos

Ein wei­te­res zen­tra­les Ergeb­nis der Online­stu­die, für die das Markt­for­schungs­un­ter­neh­men Civey im Auf­trag von Mind­space 2’000 Erwerbs­tä­ti­ge befragt hat, unter­streicht die Rele­vanz attrak­ti­ver Arbeits­or­te: 22,8 Pro­zent der Befrag­ten wür­den für ein schö­ne­res und gesün­de­res Büro Gehalts­ein­bus­sen von bis zu 20 Pro­zent akzep­tie­ren. Beson­ders aus­ge­prägt ist die­se Bereit­schaft bei jun­gen Beschäf­tig­ten zwi­schen 18 und 29 Jah­ren: Hier liegt die Zahl der­je­ni­gen, die Gehalts­ab­stri­che machen wür­den, sogar bei 36,9 Pro­zent und damit dop­pelt so hoch wie in der Alters­grup­pe der 50- bis 64-Jäh­ri­gen (18,1 Pro­zent). Die­se Unter­schie­de machen deut­lich, dass sich hoch­wer­ti­ge Arbeits­räu­me zuneh­mend zu einem stra­te­gi­schen Vor­teil im Wett­be­werb um Talen­te ent­wickeln, schluss­fol­gern die Studienmacher.

Arbeitsplatzgestaltung wird zum Wettbewerbsfaktor

Die­ser Trend spie­gelt sich auch in der Arbeit­ge­ber­wahl wider: 42,7 Pro­zent der Befrag­ten haben ange­ge­ben, dass die Gestal­tung ihrer Arbeits­um­ge­bung einen star­ken oder sehr star­ken Ein­fluss dar­auf hat, für wel­ches Unter­neh­men sie sich ent­schei­den. Frau­en mes­sen die­sem Aspekt mit 47 Pro­zent mehr Bedeu­tung bei als Män­ner (38,7 Pro­zent). Ein anspre­chen­des Arbeits­um­feld wäre damit ein ech­ter Wett­be­werbs­vor­teil, beson­ders für Unter­neh­men, die Frau­en und erfah­re­ne Fach­kräf­te gewin­nen wollen.

Das müssen moderne Büros leisten

Neben der Aus­stat­tung stellt sich auch die Fra­ge, wofür das Büro heu­te gebraucht wird. Mehr als die Hälf­te der Befrag­ten (58,5 Pro­zent) sieht sei­ne Haupt­funk­ti­on im kon­zen­trier­ten Arbei­ten sowie in krea­ti­ven Pro­zes­sen (46 Pro­zent). Doch die Erwar­tun­gen unter­schei­den sich: Jün­ge­re Mit­ar­bei­ten­de suchen im Büro auch Inspi­ra­ti­on und Erho­lung (17,6 Pro­zent). Das for­dern älte­re Gene­ra­tio­nen deut­lich sel­te­ner ein. Der wach­sen­de Bedarf an Rück­zugs­räu­men zeigt, dass Arbeit und Erho­lung zuneh­mend inein­an­der grei­fen und Arbeit­ge­ber dar­auf reagie­ren müs­sen, heisst es in der Studie.

Junge Talente fordern Rundum-Angebot am Arbeitsplatz

Über alle Alters­grup­pen hin­weg haben funk­tio­na­le Stan­dards wie ergo­no­mi­sche Möbel, Rück­zugs­or­te oder gutes Licht Prio­ri­tät. Gleich­zei­tig hat die Gen Z sehr hohe Anfor­de­run­gen dar­an, was ein attrak­ti­ver Arbeits­platz heu­te lei­sten soll­te. Für sie endet das Büro nicht an der Büro­tür. So wün­schen sich 18–29-Jährige weit häu­fi­ger Ange­bo­te im direk­ten Umfeld als der Durch­schnitt aller Alters­grup­pen: vom Well­ness­be­reich (25,7 Pro­zent vs. acht Pro­zent ins­ge­samt) über ein Fit­ness­stu­dio (31,6 Pro­zent vs. 14,3 Pro­zent) bis hin zu Dienst­lei­stern wie Fri­seu­ren (23,8 Pro­zent vs. 11,9 Pro­zent). Für die Gen Z wird das Büro zum Anker­punkt, an dem Arbeit, All­tag und Wohl­be­fin­den selbst­ver­ständ­lich zusammengehören.