Die Bedeutung der Nachhaltigkeitskommunikation

Es gehört zum aktu­el­len Zeit­geist, sich mit Nach­hal­tig­keit zu beschäf­ti­gen und die­se zum Unter­neh­mens­ziel zu erklä­ren. Aber wie sieht eine ver­trau­ens­wür­di­ge, ziel­füh­ren­de Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­ti­on aus? Dr. Die­ter Hil­la hat Ant­wor­ten auf die­se Frage.

Dr. Dieter Hilla, Kommunikationsexperte mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit. hilla-kommunikation.de. Abbildung: Dieter Hilla
Dr. Die­ter Hil­la, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­exper­te mit Schwer­punkt Nach­hal­tig­keit. hilla-kommunikation.de Abbil­dung: Die­ter Hilla

„Was tut dein Unter­neh­men für Kli­ma­schutz und Umwelt?“ Immer mehr Men­schen wol­len dar­auf eine Ant­wort. Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­ti­on gewinnt zuneh­mend an Bedeu­tung. Das sind mei­ne fünf The­sen, wie sie gelin­gen kann.

#1 Reputation steigern und Markenwert erhöhen

Nicht zuletzt die „Fri­days for Future“-Demonstrationen haben gezeigt, wie sehr gera­de die jun­ge Gene­ra­ti­on erwar­tet, dass wir den Pla­ne­ten in einem lebens­wer­ten Zustand hin­ter­las­sen – also nach­hal­tig leben und wirt­schaf­ten. Die Erwar­tun­gen an die Wirt­schaft in punc­to Nach­hal­tig­keit sind rie­sig. Damit stei­gen auch die Mög­lich­kei­ten für eine erfolg­rei­che Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­ti­on: Sie kann die Repu­ta­ti­on stei­gern und den Mar­ken­wert erhö­hen, sie kann die Posi­ti­on im Wett­be­werb stei­gern und Kun­den bin­den, sie zieht Inve­sto­ren an und moti­viert die (zukünf­ti­ge) Belegschaft.

#2 Mit messbaren Zielen Greenwashing vorbeugen

Kei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on ohne Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie. Wer zu Nach­hal­tig­keit kom­mu­ni­ziert, muss tat­säch­lich etwas vor­zu­wei­sen haben. Die wich­tig­ste Vor­aus­set­zung für die Kom­mu­ni­ka­ti­on ist eine Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie mit mess­ba­ren Zie­len. Ohne sie wird die Kom­mu­ni­ka­ti­on schei­tern und sich dem Ver­dacht des Green­wa­shings aussetzen.

#3 Die volle Aufmerksamkeit

Nach­hal­tig­keit muss naht­los in die regu­lä­re Kom­mu­ni­ka­ti­on ein­ge­bun­den und mit ihr ver­wo­ben sein. Aber sie ver­dient es, her­vor­ge­ho­ben zu wer­den. Sonst geht sie im Tages­ge­schäft unter. Die Zuwei­sung einer ver­ant­wort­li­chen Per­son für Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­ti­on gewähr­lei­stet, dass die­ses The­ma die Auf­merk­sam­keit erhält, die es verdient.

#4 Bereitschaft für mehr Transparenz und Dialog

Der viel­leicht gröss­te Unter­schied zur regu­lä­ren Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on ist, dass Nach­hal­tig­keit eine beson­ders hohe Bereit­schaft zu Trans­pa­renz und Dia­log erfor­dert. Denn Nach­hal­tig­keit ist ein The­ma, das jeden etwas angeht. Wer behaup­tet, nach­hal­tig zu sein – also für den Pla­ne­ten und die Gesell­schaft lang­fri­stig Gutes zu bewir­ken – soll­te das der All­ge­mein­heit auch erklä­ren und zei­gen kön­nen. Eben­so wich­tig ist es, Über­ei­fer für Nach­hal­tig­keit zu ver­mei­den. Das erzeugt nur Wider­stän­de. Gehen Sie in den Dia­log. Mis­sio­nie­ren Sie nicht, hören Sie zu.

#5 Beschäftigte in Konzepte einbinden

Mit kaum einem The­ma las­sen sich Mit­ar­bei­ten­de so begei­stern wie mit Nach­hal­tig­keit. Das Gefühl, im Job etwas Gutes für Umwelt und Mensch­heit zu tun, beflü­gelt. Unter­stüt­zen Sie das. Bin­den Sie die Beschäf­tig­ten ein und hören Sie auf deren Ideen. Dia­log ist hier eben­falls wich­tig. Nach­hal­tig­keit erfor­dert vie­le Ver­än­de­run­gen. Manch­mal gehen sie an die Sub­stanz. Das erzeugt Sor­gen und Äng­ste. Neh­men Sie sol­che Gefüh­le ernst und las­sen Sie die­se zu. Nur so gelingt es Ihnen, mög­lichst vie­le Beschäf­tig­te auf der Rei­se zur Nach­hal­tig­keit mitzunehmen.