Die Spezialisten für audiovisuelle Lösungen von Jabra haben Ende 2025 gemeinsam mit der London School of Economics and Political Science (LSE) eine Studie zur KI-Nutzung veröffentlicht. Darin wurde untersucht, wie die Sprachinteraktion mit generativer KI die Zukunft der Arbeit verändern könnte.

Eine gewagte These zur Zukunft der Arbeit? Aufgrund der Ergebnisse der im Behavioural Lab for Teaching and Research der LSE durchgeführten Untersuchung prognostizieren die Studienmacher, dass Sprache bis 2028 die gängige Methode sein wird, mit generativer KI zu arbeiten. Gleichzeitig warnt die Studie, dass dieser Wandel nur gelingt, wenn Unternehmen bestehende Hürden frühzeitig adressieren.
Wie sich die Zusammenarbeit mit KI verändert
Die Ergebnisse treffen auf eine Arbeitswelt, in der Beschäftigte mehr Tools zur Verfügung haben als je zuvor. Dennoch haben sie oft Schwierigkeiten, effektiv zusammenzuarbeiten. Hybride Arbeit, globale Teams und ständige Online-Kommunikation führen zunehmend zu „digitaler Überlastung“: Mehr Nachrichten bedeuten weniger Fokus. Die Studie mit 171 zufällig ausgewählten Wissensarbeitern, hat untersucht, wie Arbeit aussieht, wenn generative KI über Sprache, Text oder eine Kombination der beiden Eingabemittel gesteuert wird und wie sich dadurch der Trend der digitalen Überbelastung umkehren könnte.
Zentrale Erkenntnisse der Studie
- 14 Prozent der Teilnehmer bevorzugten Sprachbefehle gegenüber Texteingaben, wenn sie mit generativer KI arbeiteten. Entlang etablierter Technologiekurven markiert dies den Übergang in die Phase des breiten Markteintritts, in der sich Innovationen über die „Early-Adopter“-Gruppe hinaus etablieren, prognostizieren die Studienmacher.
- Eine weitere aktuelle Studie von YouGov in Zusammenarbeit mit Jabra unterstützt diese Erkenntnis: Obwohl 77 Prozent der Befragten KI aktuell noch ausschliesslich mit der Tastatur steuern, geben 21 Prozent bereits an, sie auch gelegentlich mit Sprache zu steuern. Aus dieser Gruppe wiederum verwenden acht Prozent vornehmlich die Sprachsteuerung.
- Das Vertrauen in KI stieg um 33 Prozent im Verlauf der Studie, wenn Teilnehmer per Sprache statt per Text interagierten. Viele gaben an, sich beim Sprechen stärker eingebunden zu fühlen. Sprache fungiert hier als natürlicheres, kollaboratives Interface, so Jabra.
- Nicht jede Aufgabe eignet sich gleich gut für Sprachinteraktion: Während Sprachbefehle bei schnellen Fragen, Ideensammlungen oder spontanen Inputs effektiv waren, fiel die Leistung bei komplexen, argumentativen Aufgaben um rund 20 Prozent geringer aus.
- Alter ist laut Studie kein entscheidender Faktor: Ältere Berufstätige zeigten oft grössere Bereitschaft, Sprache am Arbeitsplatz zu nutzen, sobald sie die Vorteile erlebt hatten. Jüngere Arbeitnehmer (Gen Z) hingegen, die privat häufig Sprachassistenten wie Siri oder Alexa verwenden, setzten sie im Beruf seltener ein.
Stimmen zur Studie
Professor Michael Muthukrishna, The London School of Economics and Political Science: „Die Daten bestätigen, was viele Führungskräfte schon erwarten. Wir bewegen uns in Richtung einer Ära des sprachgesteuerten Computings, in der Sprechen und Zuhören das Tippen und Lesen zunehmend ergänzen oder sogar ersetzen. Die Zukunft wird nicht von einer einzigen KI geprägt sein, sondern von einem Team spezialisierter Systeme, die über eine gemeinsame, verständnisfähige Schnittstelle koordiniert werden.“






