Wie Unternehmen das Büro zum Effizienzhebel machen

Eine vom Bera­tungs­un­ter­neh­men M.O.O.CON in Auf­trag gege­be­ne Stu­die hat unter­sucht, ob Mit­ar­bei­ten­de gern ins Büro kom­men. Es hat sich gezeigt, dass vie­le die Arbeit im Office bevor­zu­gen. Ein nicht gerin­ger Teil ver­sucht aber, das Cor­po­ra­te Office so gut es geht zu meiden.

Die Mehrheit der Befragten einer aktuellen Studie kommt gern ins Büro zum Arbeiten. Abbildung: Monkeybusiness, Depositphotos
Die Mehr­heit der Befrag­ten kommt gern zum Arbei­ten ins Büro. Abbil­dung: Mon­key­busi­ness, Depositphotos

Die zen­tra­len Ergeb­nis­se der Stu­die lau­ten: 58 Pro­zent der Befrag­ten arbei­ten gern im Büro. Ist auch das Team vor Ort, steigt die Zustim­mung sogar auf 68 Pro­zent. Gleich­zei­tig sehen jedoch nur 45 Pro­zent das Büro als ech­te Unter­stüt­zung für ihre Lei­stungs­er­brin­gung. 37 Pro­zent erken­nen kei­nen Ein­fluss auf ihre Pro­duk­ti­vi­tät und 31 Pro­zent ver­mei­den das Büro sogar, wenn es mög­lich ist.

Woher kommt die Unzufriedenheit?

Wie lässt sich das Büro zu einem leben­di­gen Ort trans­for­mie­ren, der Inno­va­ti­ons­kraft sowie Pro­duk­ti­vi­tät för­dert und der auch wie­der genutzt wird? Sabi­ne Zin­ke, Geschäfts­füh­re­rin bei M.O.O.CON, kennt den Druck, der auf der Ren­ta­bi­li­tät von Immo­bi­li­en lastet: „Wer das Büro aus­schliess­lich als Kosten­stel­le betrach­tet, ver­kennt sei­nen stra­te­gi­schen Hebel. Wer es als Per­for­mance- und Inno­va­ti­ons­in­fra­struk­tur begreift, stei­gert sei­nen Return on Invest­ment (ROI) nachhaltig.“

Das Büro erfüllt sei­nen Zweck nicht, wenn Mit­ar­bei­ten­de kei­nen Mehr­wert in der Anwe­sen­heit erken­nen. Die M.O.O.CON-Umfrage zeigt: Ein aktu­el­ler Pull-Fak­tor für das Büro als Arbeits­platz ist die sozia­le Kom­po­nen­te. Wenn der Arbeits­ort nicht nur als rei­ner Prä­senz­raum ver­stan­den wird, son­dern zur Tätig­keit pas­send gestal­tet ist und team­über­grei­fen­de Pro­jekt­ar­beit ermög­licht, kom­men Mit­ar­bei­ten­de gern ins Büro. Auch die jüngst ver­öf­fent­lich­ten Stu­di­en des Fraun­ho­fer-Insti­tuts für Arbeits­wirt­schaft und Orga­ni­sa­ti­on IAO bele­gen, dass Arbeits­or­te eine ent­schei­den­de Rol­le für die Krea­ti­vi­tät und Inno­va­ti­ons­fä­hig­kei­ten von Unter­neh­men spie­len. Wich­tig ist es, Räu­me dafür zu schaf­fen und inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit zu ermöglichen.

Eigener Schreibtisch oder Desk-Sharing?

Ein gutes Bei­spiel ist das The­ma Desk-Sha­ring. 79 Pro­zent der Befrag­ten ver­fü­gen über einen per­sön­lich zuge­wie­se­nen Arbeits­platz, 21 Pro­zent arbei­ten im Desk-Sha­ring-Modell. Acht von zehn Befrag­ten arbei­ten somit noch in der „alten Arbeits­welt“. Sowohl das Fraun­ho­fer IAO als auch die Erfah­run­gen von M.O.O.CON bestä­ti­gen, dass tätig­keits­ori­en­tier­te Büros mit pas­sen­den Arbeits­mög­lich­kei­ten für jede Tätig­keit einen Pro­duk­ti­vi­täts-Boo­ster dar­stel­len. Arbeits­platz­stra­te­gien soll­ten nicht ideo­lo­gisch, son­dern nut­zungs­ba­siert ent­wickelt wer­den. Desk-Sha­ring ist kein Selbst­zweck, son­dern soll­te Teil eines Gesamt­kon­zepts sein mit Zonen für Kon­zen­tra­ti­on, Zusam­men­ar­beit, Aus­tausch und Erholung.

Vom Kostenblock zum Erfolgsfaktor

„Wir befra­gen unse­re Kun­den weni­ge Jah­re nach der Pro­jekt­ab­wick­lung hin­sicht­lich der Wirk­sam­keit der Mass­nah­men und der Gross­teil konn­te bis­her eine Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­rung fest­stel­len. Rund 70 Pro­zent erle­ben ein Auf­bre­chen von Silo-Den­ken und 56 Pro­zent bemer­ken einen Anstieg der Anwe­sen­heit im Büro. Es zeigt sich, dass ent­schei­dend ist, ob die Arbeits­um­ge­bun­gen den tat­säch­li­chen Anfor­de­run­gen der Tätig­keit gerecht wer­den“, ist Sabi­ne Zin­ke überzeugt.