Die Geschichte der sozialen Medien

Man­che mögen es gar nicht glau­ben, aber es gab eine Zeit vor Face­book, Insta­gram und You­Tube. Für fast jeden unter dreis­sig aber gehö­ren die­se Platt­for­men so selbst­ver­ständ­lich zum Büro­all­tag wie für die Älte­ren der Blei­stift und das Blatt Papier. Wir blicken zurück zu den Anfän­gen der sozia­len Medi­en.

Soziale Medien spielen auch im Office-Alltag eine zunehmend wichtigere Rolle. Abbildung: Alexander Shatov, Unsplash
Sozia­le Medi­en spie­len auch im Office-All­tag eine immer wich­ti­ge­re Rol­le. Abbil­dung: Alex­an­der Shatov, Unsplash

Anfang der 1970er-Jah­re ent­wickel­ten drei Erfin­der in einem Plat­ten­la­den in Ber­ke­ley, Kali­for­ni­en, ein erstes com­pu­ter­ge­steu­er­tes Schwar­zes Brett: Auf einem Rech­ner konn­ten Nach­rich­ten hin­ter­las­sen und nur auf die­sem auch wie­der gele­sen wer­den. Die Erfin­der nann­ten es „Com­mu­ni­ty Memo­ry“. Bis Ende der 1980er- und Anfang der 90er-Jah­re erfreu­ten sich sol­che zwi­schen­zei­tig tech­nisch wei­ter­ent­wickel­ten Black­boards in diver­sen Intra­net­zen ziem­li­cher Beliebt­heit.

Die Entstehung des Internets

Mit der Ein­füh­rung des Inter­nets 1989 gin­gen aus den Black­boards lang­sam die heu­ti­gen sozia­len Netz­wer­ke her­vor. 1993 ging der Web­ho­ster Geo­ci­ties (Web­bau­ka­sten, HTML-Edi­tor und 15 MB Spei­cher­platz) online. Auf der Grund­la­ge die­ses Systems star­te­te ein Jahr spä­ter der erste Blog: Auf ihm stell­te sich der Stu­dent Justin Hall der Welt vor. 1996 ging der Messaging-Dienst ICQ an den Start. Zwar immer noch kei­ne Social-Media-Platt­form im enge­ren Sin­ne, bot ICQ aber bereits vir­tu­el­len, bei­na­he gren­zen­lo­sen Daten­aus­tausch und war eines der ersten Pro­gram­me, das aus der Zei­chen­fol­ge ;-)︎ einen digi­ta­len gel­ben Smi­ley erstell­te.

Die Erfolgsgeschichte von Social Media

2003 wur­de MyS­pace gegrün­det. Heu­te nur noch wenig rele­vant, war es welt­weit die erste Platt­form, auf der kom­mu­ni­ziert wer­den konn­te und sich Bil­der, Vide­os und Musik ins Netz laden lies­sen. 2003 star­te­te auch das deutsch­spra­chi­ge Busi­ness-Netz­werk OpenBC, heu­te bes­ser bekannt unter dem Namen Xing. Ein knap­pes Drei­vier­tel­jahr vor­her war bereits das ame­ri­ka­ni­sche Vor­bild Lin­kedIn ent­stan­den. Eben­falls 2003 wur­de der Instant-Messaging-Dienst Sky­pe ein­ge­führt (seit 2011 im Besitz von Micro­soft). Face­book (mitt­ler­wei­le mit cir­ca zwei Mil­li­ar­den Nut­zern welt­weit ein Syn­onym für Social Media) und You­Tube (aktu­ell eine Mil­li­ar­de regi­strier­te Nut­zer) wur­den jeweils 2004 auf die Mensch­heit los­ge­las­sen. 2005 ent­stand das erste deutsch­spra­chi­ge Netz­werk für den pri­va­ten Aus­tausch: stu­diVZ. In sei­nen besten Zei­ten waren dort über 6,2 Mil­lio­nen Men­schen ange­mel­det. 2017 muss­te der Betrei­ber, die Pool­works (Ger­ma­ny) Ltd., jedoch Insol­venz anmel­den.

Im März 2006 schick­ten sich 140 Zei­chen an, die Welt zu erobern: der Micro-Blog­ging-Dienst Twit­ter wur­de gestar­tet. Heu­te ver­zeich­net Twit­ter cir­ca 199 Mil­lio­nen Nut­zer pro Tag. 2007 ent­stand Tumb­lr, die Platt­form für Live-Strea­ming und Micro-Blog­ging. 2009 wur­de Whats­App gegrün­det: Aktu­ell hat es mehr als zwei Mil­li­ar­den Nut­zer welt­weit. Der Nach­rich­ten­dienst wur­de 2014 von Face­book über­nom­men. 2010 star­te­te Insta­gram – als Dienst zum Tei­len von Fotos und Vide­os. Nach­dem Goog­le 2008 für 1,66 Mil­li­ar­den Dol­lar You­Tube gekauft hat­te, woll­te es 2011 einen noch grös­se­ren Teil vom rie­si­gen Social-Media-Kuchen und grün­de­te das sozia­le Netz­werk Goog­le+. Im glei­chen Jahr ging die vir­tu­el­le Pinn­wand Pin­te­rest online.

Alle sind vernetzt, aber die wenigsten kennen sich persönlich. Abbildung: Camilo Jimenez, Unsplash
Alle sind ver­netzt, aber die wenig­sten ken­nen sich per­sön­lich. Abbil­dung: Cami­lo Jime­nez, Unsplash

Immer neue Social-Media-Apps

Auch in Chi­na wur­den Social-Media-Apps ent­wickelt. 2016 wur­de dort die aktu­ell gera­de bei jün­ge­ren Nut­zern sehr popu­lä­re App Tik­Tok gelauncht. Dort las­sen sich kur­ze Video­clips zu den unter­schied­lich­sten The­men anschau­en. Zu Beginn des Jah­res sorg­te die App Club­hou­se für gros­se Auf­merk­sam­keit, weil sich dort vie­le Pro­mi­nen­te und sol­che, die es noch wer­den wol­len, ver­sam­mel­ten. Die Audio-Platt­form wur­de 2020 gegrün­det und ermög­licht es den regi­strier­ten Mit­glie­dern, live mit­ein­an­der in Foren zu dis­ku­tie­ren. Mit­te 2021 berich­te­ten eini­ge Medi­en aller­dings schon wie­der vom Ende des Club­hou­se-Hypes, da die Nut­zer­zah­len teil­wei­se stark san­ken. Mitt­ler­wei­le sehr erfolg­reich ist auch der Ama­zon-Live­strea­ming-Dienst Twitch. Bereits 2011 als Gaming-Dienst gegrün­det, tum­meln sich dort heu­te zahl­rei­che Kanä­le zu allen Arten von The­men. Über Chats kön­nen Nut­zer inter­agie­ren.