Der Flex-Office-Anbieter WeWork hat die Nutzungsdaten seiner Büroflächen in Europa für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen: Hybridarbeit ist nun strukturierter, planbarer und gezielter, wobei es deutliche Unterschiede je nach Markt gibt.

Die Nutzungsdaten zeigen, dass sich die physische Präsenz zunehmend auf Anlässe mit klarem Mehrwert konzentriert, insbesondere Zusammenarbeit, Onboarding und Teamperformance. Diese Entwicklung unterstreicht einen qualitativen Wandel in der Büronutzung, bei dem Präsenz stärker mit konkretem Nutzen verknüpft ist.
Hybridarbeit etabliert klaren Wochenrhythmus
Im Jahr 2025 haben sich hybride Arbeitsmodelle in Kontinentaleuropa stabilisiert. Die Daten zeigen eine starke Angleichung der Präsenztage: Dienstag ist in allen analysierten Ländern der meist frequentierte Bürotag, gefolgt vom Mittwoch. Dieser gemeinsame Rhythmus spiegelt eine stärker strukturierte Rückkehr ins Büro wider. Teams stimmen sich gezielt auf gemeinsame Präsenztage ab, um Zusammenarbeit zu fördern, während gleichzeitig ein gewisses Mass an Flexibilität über die Woche hinweg erhalten bleibt, heisst es in der Analyse von WeWork.
Regionale Besonderheiten
Gemessen am gesamten Buchungsvolumen verzeichnen Paris und Berlin 2025 die höchste Büronutzung in Kontinentaleuropa, sowohl bei Abonnements als auch bei On-Demand-Buchungen. Auch Barcelona, Madrid und Warschau sind sehr aktive Märkte. Gleichzeitig hat sich das Wachstum jenseits der etablierten Metropolen beschleunigt. Die On-demand-Buchungen verzeichneten jährliche Zuwächse von bis zu 84 Prozent in Städten wie Prag und Amsterdam, während auch Paris mit 71 Prozent ein starkes Wachstum aufwies. Insgesamt zeichnet sich ein zweigeteilter Büromarkt ab: Etablierte Kernmärkte stehen dynamisch wachsenden Sekundärstädten gegenüber. Flexible Arbeitsflächen gewinnen dabei an Bedeutung, insbesondere in Märkten, in denen hybride Arbeitsmodelle noch in der Konsolidierungsphase sind.
September ist dynamischster Büromonat 2025
Nach der Sommerpause verzeichnete die Büronutzung 2025 eine deutliche Belebung. Im September sind die On-demand-Buchungen um 60 Prozent im Jahresvergleich gestiegen, womit der Monat der dynamischste des Jahres war. All-Access-Buchungen erreichten ihren Höchststand im Oktober, der zugleich das höchste Gesamtvolumen aufwies. Diese saisonalen Spitzen deuten laut WeWork darauf hin, dass Unternehmen Büros zunehmend zu strategischen Zeitpunkten nutzen – etwa für Onboarding-Phasen, Planungszyklen oder die erneute Teamausrichtung nach der Sommerpause –, statt auf eine gleichmässige Präsenz über das gesamte Jahr hinweg zu setzen.
Eine neue Phase für das Büro in Europa
Aus Sicht von WeWork zeigen die Daten, dass der europäische Büromarkt die binäre Debatte zwischen vollständiger Rückkehr ins Büro und Remote-Arbeit hinter sich gelassen hat. 2025 markierte den Übergang zu einer bewussteren, nutzungsorientierten Beziehung zum Arbeitsplatz. Rebecca Nachanakian, General Manager Continental Europe and Middle East bei WeWork, sagt: „Mit einer strukturierteren Präsenz werden Unternehmen zunehmend selektiver bei der Wahl ihrer Arbeitsflächen. Neben Lage und Funktionalität spielen Erlebnis und Hospitality eine immer grössere Rolle bei Büroentscheidungen. Hier differenziert sich WeWork klar – und unsere Buchungsdaten bestätigen eine stabile und wachsende Nachfrage nach diesem erlebnisorientierten Modell.“ Mit Blick auf 2026 geht es somit weniger um die Frage, ob Mitarbeitende ins Büro zurückkehren, sondern wie Büroflächen genutzt werden. Weniger Präsenztage gehen mit klareren Nutzungsmustern, besserer Koordination und selektiveren Standortentscheidungen einher.






