10 Tipps für souveräne Online-Reden

In der Zeit nach dem Jah­res­wech­sel wer­den in Unter­neh­men häu­fig Anspra­chen gehal­ten. Das wird auch 2022 so sein – obwohl das Jah­res-Kick-off Coro­na-bedingt erneut häu­fig online statt­fin­den wird. Mit den Tipps der Manage­ment-Bera­te­rin Bar­ba­ra Lie­ber­mei­ster gelingt die Online-Rede.

Die Kick-off-Meetings werden 2022 in vielen UNternehmen vermutlich online stattfinden. Abbildung: Gabriel Benois, Unsplash
Die Kick-off-Mee­tings wer­den 2022 in vie­len Unter­neh­men ver­mut­lich online statt­fin­den. Abbil­dung: Gabri­el Benois, Unsplash

 

Tipp 1: Nicht sitzen

Wenn wir sit­zen, gesti­ku­lie­ren wir kaum und unter­strei­chen somit auch die Bedeu­tung unse­rer Wor­te erheb­lich weni­ger. Wenn die Red­ner hin­ge­gen ste­hen und sich vor der Kame­ra bewe­gen, sen­den sie an die Zuhö­ren­den mehr kör­per­sprach­li­che Signa­le. Das erhöht ihre Wir­kung und die ihrer Aus­sa­gen.

Tipp 2: So aktiv wie bei Präsenz-Vorträgen agieren

Wenn wir mit einem nicht sicht­ba­ren Publi­kum kom­mu­ni­zie­ren, zei­gen wir meist auch weni­ger Mimik. Des­halb wir­ken unse­re Wor­te schnell fad. Es ist sinn­voll, sich vor dem Auf­tritt ener­gisch selbst zu pushen – ähn­lich wie ein Schau­spie­ler.

Tipp 3: Auf eine gute Beleuchtung achten

Auf eine gute Aus­leuch­tung des Raums zu ach­ten ist wich­tig. Ins­be­son­de­re auf das Gesicht soll­ten kei­ne Schat­ten fal­len, damit Mimik und Augen­spra­che gut zu erken­nen sind.

Tipp 4: Die Kernbotschaften grafisch unterstreichen

Online ist es schwie­ri­ger, Bot­schaf­ten glaub­haft und ein­drück­lich zu ver­mit­teln als in Prä­senz-Ver­an­stal­tun­gen. Des­halb soll­ten die Kern­bot­schaf­ten der Rede her­vor­ge­ho­ben wer­den – zum Bei­spiel mit Gra­fi­ken oder kur­zen Vide­os.

Tipp 5: Vorsicht mit der Technik

Je insta­bi­ler die Ver­bin­dung ist, desto unpro­fes­sio­nel­ler kann der Vor­trag wir­ken. Je stär­ker man sich wäh­rend sei­ner Rede mit der Tech­nik beschäf­ti­gen muss, desto unper­sön­li­cher wird man auf das Publi­kum wir­ken. Hier kann gute Vor­sor­ge sehr hilf­reich sein. Bei wich­ti­gen Reden mit einem grös­se­ren Audi­to­ri­um soll­te auf eine per­sön­li­che tech­ni­sche Unter­stüt­zung zurück­ge­grif­fen wer­den.

Tipp 6: Für Abwechslung sorgen

Neue Din­ge wie Musik im Hin­ter­grund aus­zu­pro­bie­ren, kann die Stim­mung sehr auf­lockern. Alles, was für eine span­nen­de Dra­ma­tur­gie sorgt, ist erlaubt. Bit­te nur nichts Anstös­si­ges oder ein­zel­ne Grup­pen Ver­un­glimp­fen­des vor­stel­len.

Tipp 7: Mit Storytelling arbeiten

Die Zuhö­ren­den auf eine Gedan­ken­rei­se mit­zu­neh­men, erhöht die Bin­dung. Die Rei­se kann zum Bei­spiel durch das kom­men­de Geschäfts­jahr füh­ren. Vor­ab ist zu über­le­gen: Was ist der Anlass der Rei­se? Wohin soll sie gehen? Und: Wer nimmt an der Rei­se teil?

Tipp 8: Auf die Umgebung achten

Es ist zwar mensch­lich, wenn zum Bei­spiel die Unord­nung im Arbeits­zim­mer auch einen per­sön­li­chen Ein­druck ver­mit­telt. Es soll­te sich aber jede Füh­rungs­kraft fra­gen, ob dies der Bot­schaft ent­spricht, die ver­mit­telt wer­den soll. Für ein auf­ge­räum­tes Zim­mer soll­te vor dem Online-Auf­tritt stets gesorgt wer­den. Eine Alter­na­ti­ve sind vir­tu­el­le Hin­ter­grün­de und Fir­men­lo­gos.

Tipp 9: Auf ein gepflegtes Äusseres achten

Was für die Ord­nung gilt, soll­te auch für das eige­ne Äus­se­re der Mass­stab sein. Es wirkt zwar läs­sig, wenn man den Chef mit Drei­ta­ge-Bart oder die Che­fin im Schlab­ber-T-Shirt sieht. Doch geht davon die gewünsch­te Wir­kung aus?

Tipp 10: Die Menschen nicht vergessen

Bei Online-Reden sieht der Reden­de in der Regel die Gesich­ter der Zuhö­ren­den nicht. Zumin­dest kann er mit ihnen nicht per Blick­kon­takt kom­mu­ni­zie­ren. Des­halb soll­ten ein­zel­ne Per­so­nen oder Per­so­nen­grup­pen wie die Tech­ni­ker, die Aus­zu­bil­den­den oder die Mit­ar­bei­ten­den im Home­of­fice regel­mäs­sig direkt ange­spro­chen wer­den.

Und noch ein Tipp: Bei Pan­nen gelas­sen blei­ben, denn der Haupt­job als Füh­rungs­kraft ist es nicht, Reden zu hal­ten. Klei­ne Pan­nen wir­ken in den aller­mei­sten Fäl­len eher authen­tisch. Und auch über grös­se­re Pan­nen sehen Zuhö­ren­de gross­zü­gig hin­weg, sofern die Bezie­hung zu ihnen stimmt.

Abbildung: Salim Chauhan
Abbil­dung: Salim Chau­han

Bar­ba­ra Lie­ber­mei­ster,

Manage­ment-Bera­te­rin, Autorin und Insti­tuts­lei­te­rin,

Insti­tut für Füh­rungs­kul­tur im digi­ta­len Zeit­al­ter (IFIDZ).

ifidiz.de