Die Leseempfehlungen für das erste Halbjahr 2026 liefern wieder viel Interessantes und Vertiefendes zum weiten Feld der Büroarbeitswelt. Es geht um mentale Gesundheit, natürliche Arbeitsräume, um Männlichkeit in der Arbeitswelt, um New Work und um nachhaltiges Wirtschaften.

Plädoyer für mentale Gesundheit
Das Thema mentale Gesundheit betrifft jeden – im Leben und im Job. Doch noch immer wird es missverstanden oder tabuisiert. Laut Nora Dietrich erkrankt jede zweite Person im Laufe ihres Lebens psychisch. In ihrem Buch plädiert die Psychotherapeutin für echte Veränderung in der Arbeitswelt: mehr Offenheit, Sicherheit, Mitgefühl und gemeinsame Verantwortung. Mit Praxisbeispielen und Werkzeugen zeigt sie, wie mentale Gesundheit als dynamisches Spektrum verstanden werden kann. Ein engagiertes Plädoyer für mehr Menschlichkeit, Sinn und gesundes Arbeiten in einer überlasteten Arbeitswelt.
Nora Dietrich: „Mental Health at Work: Wie wir unsere beste Arbeit machen und dabei gesund bleiben“, Vahlen, 300 S., 24,90 €.

Von der Natur inspirierte Arbeitsräume
Im Zentrum dieser Vision der beiden Autoren Jan Teunen und Christoph Quarch steht eine Arbeitswelt, in der Räume weit mehr sind als nur funktionale Orte. Sie sollen Sinn stiften, Kreativität fördern und Gemeinschaft ermöglichen. Dabei dient die Natur als Vorbild – sowohl in ästhetischer Hinsicht als auch als lebendiges System, das Wandel, Vielfalt und Nachhaltigkeit verkörpert. Das Buch verbindet fundierte Analysen mit inspirierenden Interviews und internationalen Beispielen aus den Bereichen Architektur, Design und Organisationsentwicklung. Es zeigt, wie Büroarchitektur zum Katalysator einer verantwortungsbewussten Arbeitskultur werden kann.
Jan Teunen, Christoph Quarch: „Wo die Zukunft wächst“, Niggli Verlag, 336 S., 49,90 €.

Reflexionen über Männlichkeit in der Arbeitswelt
Männer leben kürzer, leben häufiger ungesund sowie weniger nachhaltig – und sind oft schlechtere Führungskräfte. Woran liegt das? Das Buch hinterfragt tradierte Männerrollen und zeigt auf, wie sich überkommene Vorstellungen von Männlichkeit auflösen lassen. Es lädt zur Reflexion ein, fördert neue Werte und gibt praktische Impulse – von Meditation bis Dialogarbeit –, um persönliche Entwicklung, mentale Gesundheit und zukunftsfähige Kompetenzen zu stärken. Ein Wegweiser für Männer, die die Arbeitswelt und Gesellschaft aktiv mitgestalten möchten.
Jacomo Fritzsche, Danile Pauw: „New Work Men: Wie Männer glücklicher werden und dabei die Evolution der Arbeitswelt mitgestalten“, Vahlen, 189 S., 24,90 €.

Was ist denn jetzt mit New Work?
Das New-Work-Versprechen – effizienter und weniger arbeiten durch Technologie und Selbstorganisation – wird nicht eingelöst. Statt weniger wird es mehr: Meetings, Tools, Tasks. Am Ende des Tages bleibt oft die Frage: Was habe ich eigentlich geschafft? Dieser Aktionismus macht unproduktiver, unkreativer und unzufriedener. Das beschreibt Markus Albers in diesem Buch. Es ist ein Weckruf aus der Praxis und zeigt, wie Arbeit neu gedacht werden kann – mit Vier-Tage-Woche, Workation, asynchronen Abläufen und KI-gestützter Planung. Ein Plädoyer für ein zeitgemässes Verständnis von sinnvoller Arbeit.
Markus Albers: „Die Optimierungslüge: Warum wir keine Zeit mehr haben, unsere Arbeit zu machen“, Brand Eins Books, 128 S., 20 €

In den Kreislauf kommen
Gewinnen, verarbeiten, wegwerfen? Dieses lineare System der Wegwerfgesellschaft ignoriert die Endlichkeit unserer Ressourcen. Thomas Rau und Sabine Oberhuber fordern daher eine echte Alternative. Sie stellen ein Wirtschaftsmodell vor, in dem Konsumenten nicht länger Eigentümer sind, sondern zu Benutzern werden, Materialien offizielle Rechte bekommen und Abfälle der Vergangenheit angehören.
Sabine Oberhuber, Thomas Rau: „Material Matters: Wie eine neu gedachte Circular Economy uns zukunftsfähig macht“, Econ, 280 S., 22 €






